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Texte & Akkorde

Die wahre Geschichte (eines erfundenen Traums)

Ach, schon acht? Du musst los? Komm, noch eine Zigarette! Gestern Nacht hab ich geträumt, ich hätte einen Palast am Strand, Dich zu Gast und erfand immer Neues, das Deine Aufmerksamkeit bannte. Da gab es irgendwelche Verstrickungen mit einem Tier und einer Tante und historischen Personen, die ich alle nicht kannte. Wir spielten ein Würfelspiel und ich ersann die Regeln, dann überredete ich Dich trotz stürmischer See zum segeln, wir gingen noch ins Kino und dann Kegeln. Und als Du gerade gehen wolltest zeigte ich Dir ein Fotoalbum, einen Flohzirkus und noch irgendwas …

Schlug Purzelbäume, Salti und Räder, führte Dich durch Ballsäle, Bunker und Bäder. Merkte, wie ich mich verriet und mich verrannte. Las Dir aus der Zeitung vor und erzählte alle Anekdoten, die ich kannte, dann ein paar Schüttelreime und ein paar Limericks. Ein paar Rüttelscheime und ein paar Fingertricks, doch Du hattest noch immer nix gesagt. Ich lud Dich noch zum Tee ein, mit Buttergebäck fein wie Sand. Draußen tanzten Papageien und Arthropoden über den Strand und Du standest fast schon in der Tür.

Zum Abschied sang ich Dir ein Lied, einen ganzen Liederzyklus gar, brachte ein paar Possen und Pirouetten dar, erklärte die Relativität der Zeit in der Krümmung des Raums und als mir gar nichts mehr einfiel in Länge und Breite die ersponnene Handlung eines erfundenen Traums.

Kommentare

Alison

Das gefällt mir sehr gut. :-) Ich bin dabei, es auswendig zu lernen. Vielleicht kann ich es ja mal gebrauchen.

22. Januar 2012 - 21:00

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